Der Junge im gestreiften Pyjama
The Boy in the Striped Pyjamas
Autor: John BoyneErscheinungsjahr: 2006
Verlag: S. Fischer
Seitenzahl: 272
Link: https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/ID15528719.html?retn=thdedvbu2:devi
Inhalt
Im Buch wird die Geschichte des neunjährigen Bruno erzählt, der zur Zeit des 2. Weltkrieges lebt. Sein Vater wird anfangs der Geschichte befördert und übernimmt das Kommando über das KZ Auschwitz-Birkenau. Bruno zieht also mit seiner Familie, sein Vater, seine Mutter und seine zwölfjährige Schwester Gretel in die Nähe des Lagers. Bruno versteht den Umzug nicht und fühlt sich in seinem neuen Zuhause sehr einsam. Er fängt an die Gegend zu erkunden und lernt Schmuel, einen Jungen in seinem Alter kennen. Schmuel lebt allerdings auf der anderen Seite eines Zaunes, der, etwas weiter weg, hinter dem Haus der Familie steht. Außerdem trägt er einen blau-weiß gestreiften Anzug und scheint auf seiner Zaunseite nicht gut behandelt zu werden. Die beiden freunden sich an. Jeden Tag besucht Bruno seinen neuen Freund und bringt ihm Essen mit.
In der Familie des jungen Bruno geht es dagegen drunter und drüber. Irgendwann beschließt seine Mutter, dass sie, Gretel und Bruno zurück nach Berlin ziehen, da sie die Situation, direkt neben dem Lager leben zu müssen und die Juden leiden zu sehen, nicht aushält. Um ein letztes Abenteuer mit seinem besten Freund zu erleben, beschließt Bruno mit Schmuel, dass sie auf Schmuels Seite des Zaunes dessen Vater suchen gehen, der seit einiger Zeit verschwunden ist. Also schmieden sie einen Plan. An den Zaun graben sie ein Loch und Schmuel besorgt Bruno einen gestreifen Anzug. Auf ihrer Suche werden die beiden mit anderen Leuten, die wie Schmuel einen gestreifte Anzüge tragen, von Soldaten in eine Lagerhalle geschickt, in der sie eine Dusche erhalten sollen.
Tage später werden die von Bruno zurückgelassenen Klamotten vor dem Loch im Zaun gefunden, durch das er sich gegraben hat. Bruno ist im Konzentrationslager verschwunden. Die Jungen sind in den Gaskammern umgekommen. Seine Mutter und Schwester kehren zurück nach Berlin, der Vater wird von Soldaten weggeführt.
Erster Satz
"Eines Tages kam Bruno von der Schule nach Hause und staunte nicht schlecht, als Maria, das Dienstmädchen der Familie, das den Kopf immer gesenkt hielt und nie vom Teppich aufblickte, in seinem Zimmer stand und seine Sachen aus dem Schrank in vier große Holzkisten packte, auch die ganz hinten versteckten, die nur ihm gehörten und keinen etwas angingen."
Eigene Meinung
"Der Junge im gestreiften Pyjama" ist eines der mit Abstand besten Bücher, die ich je gelesen habe. Es fesselt einen ungemein und ist toll geschrieben. Persönlich kann ich zwar wirklich nicht verstehen, wie Bruno die ganzen Andeutungen von Schmuel, Gretel und seinen Eltern nicht versteht, aber ich lebe ja nicht zur NS-Zeit und bin auch keine neun Jahre mehr alt. Da wir dieses Buch im Deutschunterricht als Lektüre durchgenommen habe, habe ich mich ganz intensiv damit beschäftigt. Besonders beeindruckend finde ich den ersten Satz in ganzen Buch. John Boyne hat in diesem einzigen Satz quasi Brunos folgende Geschichte mit Andeutungen und Methaphern erläutert. Auch das Ende finde ich sehr gelungen. Da das Buch aus Brunos Sicht geschrieben wurde, wurde auch sein Tod nicht konkret erklärt, sondern nur durch Wissen verständlich gemacht.
Sehr berührt hat mich Brunos "Liebe" Schmuel gegenüber. Er riskiert viel für den Jungen auf der anderen Zaunseite. Auch wenn ein Kind darüber nicht nachdenkt, ist es schön zu lesen, dass auch damals nicht alle einen anderen Menschen nur aufgrund seiner Religion gehasst haben.
Bewertung
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